Schnee von Frau Antje

Kirk Douglas spielte einen französischen Offizier im Stanley Kubrick-Klassiker Wege zum Ruhm (Path of Glory) aus dem Jahre 1957. Douglas hatte seine liebe Mühe um die Soldaten aus dem Graben zu Pfeifen um sie in den Himmelfahrtskommandomodus gegen Stacheldraht und MG-Feuer zu kriegen.

Mit Koks aus Holland wäre das nicht passiert. Zu Zeiten des ersten Weltkrieges gab es die Nederlandsche Cocaïne Fabriek, die ihr Erzeugnis sowohl an Alliierte als auch an Mittelmächte lieferte. Das Pulver aus Java wurde nicht nur zur Betäubung eingesetzt sondern um Hemmschwellen und Angst zu überwinden und die Soldaten kampfesmutiger zu machen.

Viele Soldaten scheinen ihre Erfahrungen an der Front nach dem Krieg mit nach Hause genommen haben. Die goldenen 20er Jahre, insbesondere das Geschehen in der damaligen Weltmetropole Berlin, kannte genug Exzesse. In Berlin hatte sich alles verändert. Von der engen wilhelminischen Moral und Kleidung ging es über zu Gleichberechtigung und Bubikopf. In Berlin wurde getanzt, gesoffen und verpulvert. Es gab Gigolos, die Kriegerwitwen eintanzten.

Inwieweit die Nederlandsche Cocaïne Fabriek ein Global Player war, greift Conny Braam in ihrem Roman ‚De handelsreiziger van de Nederlandsche Cocaïne Fabriek‘ aus 2008 auf. Laut ihrer Darstellung haben sich die Niederlande durch den Kokainexport eine goldene Nase verdient.

http://www.scientias.nl/kijkje-in-de-nederlandsche-cocainefabriek/53657

http://www.rnw.nl/english/article/dutch-cocaine-ultimate-weapon

Ihr Counterpart ist Eric Wils, der die rauen Mengen und die Bedeutung der Niederländischen Kokainfabriek als wesentlich weniger einflussreich sieht. Z.B. hätte die Deutsche Firma Merck schon ein Vielfaches mehr produziert. Die Zahlen sind wenig verlässlich und bei dem heiklen Thema ist es schwer, Genauestes zu erfahren.

http://www.ssew.nl/nederlandse-cocaine-oorlogsfront

Die Fabrik hat seit 1962 die Schotten dicht. Der Roman von Conny Braam ist dann entweder ein historischer Roman oder eine abenteuerliche Räuberpistole, auf jeden Fall interessant zu lesen.

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